Straßenmusik

Wohnen in der Fußgängerzone ist mitten im Leben und erstaunlicherweise (?) ruhiger als das Leben auf dem Land (sprich: dem Einfamilienhäuschen am Dorfrand).
Keine Rasenmäher, keine Rasenkantenschneider, Laubbläser und keine Angst vor gutem Wetter am Wochenende, wenn die Grillparties aus jedem Nachbargarten drohen.

Unsere Fenster sind so schalldicht – fast als wären sie direkt aus der Werbung gesprungen. Nur die Straßenmusiker dringen durch jedes Fenster. Was ja eigentlich auch gar nicht so schlecht ist: So ein halbes Stündchen abwechslungsreicher Hintergrundmusik wäre gut zu ertragen. Aber einerseits sind die Instrumente auf Straßenmusik getrimmt und bringen richtig Lautstärke (oder die Jungs sitzen auf ihren Lautsprechern), andererseits hören sie nach einer halben Stunde nicht auf. Auch nicht nach einer Stunde und nicht nach zwei Stunden.
Und sagenhaft: Das Akkordeon spielt weiter, während der Musiker am Verstärker spielt.
Viele der kleinen Bands (klein? immer öfters in Orchesterstärke mit 4 bis 6 Mann) sind richtig gut. Aber das Repertoire ist beschränkt. Heute morgen 7 mal La Paloma. Zur Abwechslung Oh Donna Clara, gefühlt gehört ein Dutzend mal. Die Gassenhauer der 60er Jahre schallen über die Steinstraße.

Heute ist zur Abwechslung Those were the days dabei. Zum vierten oder zum fünften Mal? Aber nur die ersten 4 Takte, dann ist wieder La Paloma. Immerhin: So bringt man den jungen Leuten die Schlager der 50er und 60er nahe.

„Schau mich bitte nicht so an“ … die tägliche Dosis liegt bei einmal stündlich.

Das Paar oben im Bild spielte nicht in Moers, sondern hinter dem Dom vor dem Museum Ludwig. Und sie spielten die Titelmelodie aus Games of Thrones. Ohne Lautsprecher, aber mit Wiederholungen: Weil das Publikum stehen blieb und auf Wiederholung bestanden hat.

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